Ideenfindung ist ein zentraler Bestandteil erfolgreicher Gremienarbeit. Sie geht über das Sammeln von Vorschlägen hinaus, indem Kreativität bewusst gefördert und als gemeinsame Ressource genutzt wird. Wenn gewohnte Denkwege verlassen und neue Perspektiven erkundet werden, entstehen oft überraschende Verbindungen, unerwartete Kombinationen und innovative Impulse, die bestehende Strukturen bereichern. Methoden wie Brainstorming, Mindmapping, analoge Visualisierung oder gezielte Fragetechniken helfen, kreative Prozesse systematisch anzustoßen und Ideen nicht nur zu sammeln, sondern weiterzuentwickeln.
Kreative Prozesse benötigen Zeit und Raum – Studien empfehlen, etwa 20 % der Arbeitszeit für Reflexion und Ideengenerierung zu reservieren. Wer innovativ arbeiten will, muss Gelegenheiten schaffen, in denen vertraute Denkmuster bewusst verlassen und neue Perspektiven erkundet werden können.
In Sitzungen kann dies durch offene Denkpausen, gezielte Reflexionsrunden oder besondere Kreativzeiten geschehen. So wird Ideenfindung zu einem planbaren, wertvollen Bestandteil der Gremienarbeit, der sowohl die Qualität der Ergebnisse als auch die kollektive Lern- und Innovationsfähigkeit stärkt.
Beispielhafte klassische Kreativmethoden zur Ideenfindung
Nähere Infos dazu und noch mehr Methoden finden sich im Internet.
Brainstorming
Alle Teilnehmenden sammeln spontan Ideen zu einem Thema, ohne diese zu bewerten. Ziel ist es, eine Vielzahl an Vorschlägen zu generieren, die später weiterverarbeitet werden können.
Brainwriting
Um zu vermeiden, dass einzelne Personen das Geschehen dominieren oder wenn die Gruppe sehr groß ist, kann das Brainstorming auch in Einzelarbeit schriftlich geschehen und am Ende zusammengetragen werden.
Mindmapping
Ein zentraler Begriff oder ein Thema wird in die Mitte eines Blattes geschrieben, von dem Äste mit verwandten Ideen, Assoziationen oder Unterthemen abzweigen. Diese visuelle Darstellung hilft, Zusammenhänge zu erkennen und neue Ideen zu entwickeln.
Walt-Disney-Methode
Bei dieser Methode betrachten Teilnehmende ein Problem aus drei Perspektiven: der des Träumers, des Realisten und des Kritikers. Durch das Wechseln der Rollen entstehen vielfältige Ideen und Lösungen.
Kopfstandtechnik
Anstatt zu fragen, wie ein Problem gelöst werden kann, wird gefragt, wie es verschärft oder verschlimmert werden könnte. Diese Technik führt dazu, dass das Problem aus einer anderen Perspektive betrachtet wird, wodurch neue Lösungsansätze entstehen können.
SCAMPER
Diese Technik regt dazu an, durch sieben Fragen Ideen weiterzuentwickeln: Der Name der Methode steht jeweils für einen Buchstaben und eine Frage, die helfen kann, neue Ideen entstehen zu lassen: Was könnte man (Substitute) ersetzen, (Combine) kombinieren, (Adapt) anpassen, (Modify) modifizieren, (Put) übertragen, (Eleminate) eliminieren und (Rearrange) neu anordnen?
Sechs Hüte-Methode von Edward de Bono
Die Methode strukturiert eine Diskussion, indem jede Person oder Teilgruppe nacheinander einen von sechs unterschiedlich farbigen „Denkhüten“ aufsetzt: weiß (Fakten), rot (Gefühle), schwarz (Kritik), gelb (Chancen), grün (Kreativität) und blau (Prozess/Steuerung). Jede Perspektive wird bewusst eingenommen, um unterschiedliche Blickwinkel zu beleuchten.
Vor-Ort-Recherche & Befragung
Ideenfindung wird angeregt, indem man aktiv die Umgebung erkundet und vorhandene Strukturen, Angebote und Bedürfnisse beobachtet. Ergänzend werden Menschen vor Ort direkt befragt, um Perspektiven, Wünsche und Anregungen einzuholen, sodass die gesammelten Ideen praxisnah und relevant sind.
World Café
Teilnehmende diskutieren in kleinen Gruppen an verschiedenen Tischen zu spezifischen Fragen. Nach einer bestimmten Zeit wird der Tisch gewechselt. So kommen vielfältige Perspektiven und Ideen zu einem Thema zusammen.
Für einen größeren Ideenfindungs-Workshop kann es sich lohnen, eine externe Moderation dazu zu nehmen. Ansprechpartner dafür sind die
Diözesanstellen.